Brünninghausen

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Brünninghausen ist ein Dortmunder Ortsteil im Nordwesten des Stadtbezirks Hombruch.

Geschichte

Quelle: Archiv Karl-Heinz Strothmann

Das zum niederen Dienstadel gehörende Ministerialengeschlecht von Brunichusen (Brünninghausen) wohnte ursprünglich in dem gleichnamigen Dorf und starb im 13. oder 14. Jh. aus.

Es war angesiedelt auf dem Mönchshof, dem späteren Mellinghaus-Hof.

Von 1300-1350 war dies Dietrich von der Vitinchove genannt Nortkerke, der um 1350 die Wasserburg Brünninghausen erbaute.

Weitere Daten:

  • 1485 Belehnung des Hauses Brünninghausen an Bernds v. d. Rodenberg, dessen Familie sich später Romberg nannte
  • 1531 verpfändet und wahrscheinlich bis 1560 unbewohnt
  • 1560-1570 Neubau des verfallenen Hauses unter von Romberg
  • 1927 Ankauf des Hauses durch die Stadt Dortmund
  • 1945 am 27.02. durch Bomben zerstört

Pferderennbahn

Die heutige Grnze der Stadtbezirks schneidet offenbar ein Stück von Brünninghausen ab. Das Ortsgebiet erstreckte sich früher wohl auch auf Flächen jenseits der Ruhrwaldstraße (B54). So gehörte (oder zählte) die dort früher befindliche Pferderennbahn zu Brünninghausen. Sie lag etwa auf dem Grundstück der heutigen BMW-Niederlassung. Wegen der Ausweitung der Industrie in Phoenix-West musste sie nach Wambel verlegt werden.

Der Postverkehr in Brünninghausen

Bevor der Einzug der Eisenbahn die Pferdeverkehr ersetzte hatte die Poststationen eine große Bedeutung. Auch die in Brünninghausen. Eigentlich. Denn Dortmund schnitt sich selbst von der Hauptverkehrsader ab.

1822 war für das damalige Dorf Brünninghausen ein wichtiges Jahr: Am 1. Januar wurde hier eine Poststation eingerichtet, mit Postwärteramt und Posthalterei. Verbunden mit der Gelegenheit für einen Pferdewechsel, denn damals war es ein Privileg, Reisende mit von Pferden gezogenen Postkutschen von Ort zu Ort zu befördern.

Ein historischer Postkutschen-Meilenstein am Eingang zum Rombergpark und ein steinerner Wegweiser auf der Verkehrsinsel an der ehemaligen „Kreuzung Pieper“ zeugen von der ruhmreichen Vergangenheit des Dörfchens. Ein weiterer Meilenstein fand an der Hermannstraße in Hörde gegenüber dem Emschertor des ehemaligen Phönix-Stahlwerkes, wo Berghofer Straße und Schüruferstraße zusammenstoßen, seinen Platz.

Die freie Reichsstadt Dortmund hatte es 1784 versäumt, die Landstraße über die „Steinerne Brücke“ nach Brünninghausen als Chaussee auszubauen. Dortmund hatte sich durch dieses Versäumnis selbst von der Haupt-Postkutschenstrecke abgeschnitten. Zwischen Dortmund und Brünninghausen wurde später eine Nebenlinie eingerichtet, um wieder Anschluss an die Hauptlinie Köln-Berlin zu bekommen.

Im damaligen „Cursbuch“ sind von Brünninghausen wöchentlich 13 Kutschenverbindungen nach Cöln-Minden, Wesel, Unna, Elberfeld und Dortmund aufgelistet.

Sogar Heine kam vorbei

Der Oberpostamtmann Heinrich Breithaupt berichtet in seinen Veröffentlichungen zur Postkutschengeschichte, dass der Dichter Heinrich Heine im November 1843 „die Cöln-Berliner Schnellpost über Unna – Brünninghausen – Hagen benutzte und so am Postamt Brünninghausen vorbei kam, das in einem kurz vor 1799 errichteten Fachwerkhaus eingerichtet war“. Im Haus gegenüber hatte im Oktober 1843 Heinrich Thomas den Grundstein zur späteren Kaiser-Brauerei gelegt, die 1932 abgerissen wurde.

Das Postwärteramt in Brünninghausen stieg schnell zu einer selbstständigen Postverwaltung auf und hatte denselben Stellenwert wie die Postämter in Arnsberg, Bochum, Hamm oder Lippstadt. Aber als die Köln-Mindener Eisenbahn ihren Betrieb aufnahm, fiel die Postverwaltung in Brünninghausen zunächst der „Rationalisierung“ zum Opfer: Sie wurde am 13. Mai 1847 geschlossen. Neunzehn Jahre später wurde dort eine neue „Postexpedition II. Klasse“ eingerichtet, 1879 kam eine Telegrafenstation hinzu. 1892 übernahm Eduard Balkenhol die „Kaiserliche Postagentur“ in einem kleinen Haus neben der Gastwirtschaft Pieper, die mit dem ersten Posthaus nichts zu tun hatte, aber der Kreuzung ihren heute noch gebräuchlichen Namen gab.

Kaiserliche Postagentur

Die Postkutschen indes rollten weiter durch den Dortmunder Süden. Auch in Aplerbeck über die Köln-Berliner-Heerstraße, erstmals als „Schwerter Hellweg“ urkundlich erwähnt. Der Maler Ernst Frese hielt in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine dieser gelben Karossen bildlich fest, als sie auf dem steinigen Pflaster nach Hörde in Richtung Stiftskirche rollte. 1928 machte die Postkutschengeschichte in Dortmund letztmalig Schlagzeilen, als Kutscher Heinrich Brune die allerletzte Hörder Pferdekutsche am 31. Mai über das Kopfsteinpflaster lenkte.

Fußnoten