Ein Sarg für die ganze Familie

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Am 12 März 1945 erfolgte der letzte Bombenangriff auf Dortmund und auf Brünninghausen. Ein Ziel war die Flak-Batterie in Brünninghausen zwischen dem heutigen Schulzentrum und der Hagener Straße. Ingrid Deckert war als Kind eine der Zeitzeugen dieses Angriffes.

Das ehemalige Spritzenhaus Ecke Hagener/Mergelteichstraße

Der Luftschutzraum unter dem ehemaligen Spritzenhaus Ecke Hagener/Mergelteichstraße wurde durch einen Treffer zerstört. Menschen, welche dort Zuflucht gesucht hatten, kamen ums Leben. Die Familien Deckert und Klusemann hatten sich im Luftschutzkeller ihres Hauses Hagener Str. 93 verschanzt. Neben Ingrid waren dies ihr Bruder Hans-Dieter, Vater und Mutter, die Oma sowie Onkel und Tante Klusemann. Direkt nach der Entwarnung liefen die Erwachsenen zum Spritzenhaus weil sie erfahren hatten das dort ein Bombentreffer erfolgt ist. Den Kindern wurde aufgetragen zu Hause zu bleiben und auf die Oma aufzupassen. Natürlich war die Neugier der Kinder groß, so das sie nach einiger Zeit auch an der Stelle des Grauens erschienen. Sie erblickten die vielen Toten welche auf der Wiese vor dem alten Spritzenhaus lagen. Kinder waren ihren Eltern zugeordnet und kamen mit ihnen in einen gemeinsamen Sarg, da das Holz in diesen Tagen sehr knapp war.

Bei diesem Angriff wurde auch die katholische Kirche schwer beschädigt und das Pfarrhaus zerstört, nicht ohne Opfer. Die Cousine und Haushälterin Anna Fuest fand den Tod.

Gegen das Vergessen ist auf dem Hombrucher Friedhof Löttringhauser Straße eine Gedenkstätte für die Bombenopfer eingerichtet worden.

Interview: Hans Tibbe, 03.12.2017